Zum ersten Mal im Filarmonico mit der Fondazione Arena Beethovens geistliches Testament
Nach der Premiere am Freitag, 8. Mai um 20 Uhr, Wiederholung am Samstag, 9. Mai um 17 Uhr
Wolfram Christ dirigiert Solisten, Chor und Orchester in der Missa solemnis
„Vom Herzen möge es wieder zu Herzen gehen“: Ludwig van Beethovens persönlichstes und vielleicht monumentalstes Werk debütiert an zwei Terminen an einem besonderen Wochenende im Teatro Filarmonico: Freitag, 8. Mai, und Samstag, 9. Mai, dirigiert Wolfram Christ das Orchester und den Chor der Fondazione Arena
BEETHOVEN MISSA SOLEMNIS
Christ
Freitag, 8. Mai 20.00 Uhr
Samstag, 9. Mai 17.00 Uhr
Teatro Filarmonico di Verona
Dieses Konzert ist ein absolutes Muss: Am Freitag, 8. Mai, um 20 Uhr stellen sich die Künstlerensembles der Fondazione Arena im Teatro Filarmonico erstmals Beethovens Missa solemnis, dem sakralen und symphonischen Gipfelwerk seiner Reifezeit. Ein intensives und komplexes Werk, das Jahrhunderte von Tradition und Innovationssuche durchquert und bis heute sowohl leidenschaftliche Zuhörer als auch Gläubige und Skeptiker gleichermaßen herausfordert – ein einzigartiges kollektives Erlebnis. Am Dirigentenpult steht erneut Wolfram Christ, ehemaliger Solobratscher der Berliner Philharmoniker, gemeinsam mit einem vokalen Solistenquartett sowie dem Orchester und Chor der Fondazione Arena di Verona. Eine Wiederholung folgt am Samstag, 9. Mai, um 17 Uhr und außerdem außergewöhnlich am Sonntagabend, 10. Mai, im Teatro Comunale di Vicenza.
Die Missa solemnis wurde 1820 zur Feier der Ernennung seines großen Mäzens Erzherzog Rudolf von Österreich-Lothringen zum Erzbischof konzipiert, erforderte jedoch tatsächlich eine längere Arbeitszeit von dem bereits erschöpften, aber weiterhin unermüdlich tätigen Beethoven. Es handelt sich um die zweite Messe des Genies aus Bonn nach der traditionelleren Messe in C-Dur op. 86 aus dem Jahr 1807. Doch die Missa solemnis, „das größte Werk, das ich je komponiert habe“, wie Beethoven selbst sagte, entzieht sich jeder früheren Definition und jedem Modell: Aufgrund ihrer Dimensionen und der Behandlung der Form kann sie weder im traditionellen Sinne als liturgisch noch wegen ihrer Texttreue zum Ordinarium missae als theatralisch angesehen werden. Sicherlich ist sie das Ergebnis einer zutiefst persönlichen Erforschung des Sinns des Heiligen und der Möglichkeit der Musik, diesen auszudrücken. Gemeinsam mit der nahezu zeitgleich entstandenen Neunten Symphonie teilt sie nicht nur die Größe der Inspiration, sondern auch einen langen und schwierigen Entstehungsprozess, der 1824 seinen Höhepunkt fand.
Beethoven analysiert und gestaltet den lateinischen Text der Liturgie neu, um jedem Wort ein neues spirituelles und menschliches Gewicht zu verleihen. Daraus entsteht eine Partitur, die sich sowohl an der alten Polyphonie als auch an der flämischen Musik orientiert, ohne das bedeutende Vorbild Bachs und Händels Oratorien zu vergessen, die stellenweise ausdrücklich zitiert werden, auf der Suche nach einer authentischen und originellen Sprache. Die Missa solemnis stellt bis heute diejenigen infrage, die sie aufführen oder anhören, nachdem sie jahrhundertelang auch gegensätzliche kritische Interpretationen über das Verhältnis von Glaube und Vernunft im Leben und Werk ihres Komponisten ausgelöst hat. Beethoven selbst schrieb an den Anfang der Partitur eine besondere Widmung: „Vom Herzen möge es wieder zu Herzen gehen“ – als Wunsch universellen Wohlergehens. Dieses Gefühl bleibt auch am Ende einer etwa einstündigen und zwanzigminütigen musikalischen Reise durch unterschiedliche Atmosphären und Stile bestehen. Monumental ist das Kyrie, auf der Suche nach immer weiteren Klangräumen; triumphal das Gloria; zwischen der Strenge der Fuge und archaischen Anklängen schwebend das Credo; ekstatisch das Sanctus, mit dem „Interludium“, das über die Solovioline zum Benedictus führt, bis hin zur bewegenden Friedensbitte des abschließenden Agnus Dei.
Intensiv und oft bis an die Grenzen des Ausführbaren unvorhersehbar, ist die Missa solemnis eine der anspruchsvollsten Herausforderungen für Orchester und Chor. Die Künstlerensembles der Fondazione Arena stellen sich diesem Werk erstmals in fünfzig Jahren Aktivität im Teatro Filarmonico, im Rahmen eines Projekts zur Neuinterpretation von Beethovens gesamtem symphonischen Werk im Hinblick auf das Jubiläum 2027. Am Pult steht der Dirigent Wolfram Christ, Spezialist für das große deutsche klassische und romantische Repertoire, einst legendärer Solobratscher der Berliner Philharmoniker und des Lucerne Festival Orchestra unter Claudio Abbado und heute international gefragter Dirigent, der bereits im dritten aufeinanderfolgenden Jahr für eine symphonische Zusammenarbeit nach Verona zurückkehrt. Mit ihm treten neben dem Arena-Orchester und dem vom Maestro Roberto Gabbiani vorbereiteten Chor die Sopranistin Athanasia Zöhrer, die Mezzosopranistin Katrin Wundsam, der Tenor Sebastian Kohlhepp und der Bass Johannes Weisser auf – vier internationale Solisten, die alle ihr Debüt in Verona geben.
Nach den beiden Aufführungen am 8. und 9. Mai im Teatro Filarmonico wird die Missa solemnis außerdem außergewöhnlich am Sonntag, 10. Mai, um 20.45 Uhr im Teatro Comunale di Vicenza aufgeführt.
Die Symphonische Saison 2026 bietet zwischen Mai und November drei weitere Doppeltermine mit großen Klassikern des Repertoires vom 19. Jahrhundert bis heute, mehreren Erstaufführungen in Verona sowie von der Fondazione Arena in Auftrag gegebenen Uraufführungen: Abonnements und Einzelkarten für alle Termine sind weiterhin erhältlich unterhttps://www.arena.it/it/teatro-filarmonico, an den Arena-Kassen und im Vivaticket-Verkaufsnetz.
BCC Veneta ist Main Sponsor der Künstlersaison 2026 der Fondazione Arena im Teatro Filarmonico.
VERANSTALTUNGEN FÜR JUNGE MENSCHEN UND STUDIERENDE. Das Programm 2026 von Arena Young umfasst auch die gesamte Symphonische Saison. Jeden Freitag kann die Schulwelt im Rahmen der Reihe Wir gehen ins Theater die Konzerte zu ermäßigten Preisen besuchen und am Preludio eine Stunde vor der Aufführung teilnehmen: eine Einführung in Handlung, Figuren und die Sprache des Musiktheaters, organisiert von der Fondazione Arena. Informationen und Reservierungen: Abteilung Bildung, Kultur und Weiterbildung scuola@arenadiverona.it – Tel. 0458051933
ARENA DI VERONA KASSEN
Via Dietro Anfiteatro 6/b
Geöffnet von Montag bis Freitag (10.30 - 16.00 Uhr)
Samstag (09.15 - 12.45 Uhr)
Sonntag geschlossen
Via Roma 1
Geöffnet Dienstag, Donnerstag und Samstag (10.00 - 18.00 Uhr)
Mittwoch und Freitag (13.00 - 20.00 Uhr)
Sonntag (12.00 - 15.30 Uhr)
Montag geschlossen
Callcenter +39 045 8005151
Vivaticket-Verkaufsnetz