Turandot wird 100 Jahre alt ab dem 7. August ist die Inszenierung von Zeffirelli in der Arena zu sehen

Puccinis letztes Meisterwerk feiert beim Opera Festival 2026 sein Debüt – in der klassischen, märchenhaften Inszenierung von Zeffirelli mit den Kostümen der oscarprämierten Emi Wada

Ein Staraufgebot für sechs Aufführungen: Pirozzi, Lindstrom, Eyvazov, Baek, Sicilia, Oropesa, Agresta, Vinogradov und Pertusi. Am Pult stehen die Dirigenten Battistoni und Ciampa. Auf der Bühne debütiert der Kinderchor der Fondazione Arena

TURANDOT 
von Giacomo Puccini


7., 14., 21., 27. August 21.00 Uhr
3., 11. September 21.00 Uhr

 


Nessun dorma! Es wird Abend in der Arena di Verona: Ab dem 7. August erklingen die unsterblichen Noten der letzten Oper von Giacomo Puccini. Ein Märchen von Liebe und Rätseln, von mythischen Figuren, die durch die Musik des Komponisten aus Lucca menschliche Züge erhalten – in einem alten, imaginären China, in dem die Menge wie eine einzige, gewaltige Gestalt pulsiert und hofft. Für das Festival 2026 kehrt die Inszenierung von Franco Zeffirelli mit den Kostümen der Oscarpreisträgerin Emi Wada auf die Bühne zurück.

 

Unter der Leitung zunächst von Andrea Battistoni und anschließend von Francesco Ivan Ciampa versammelt sich für sechs einmalige Abende ein Staraufgebot: Anna Pirozzi und Lise Lindstrom singen Turandot; SeokJong Baek und Yusif Eyvazov verkörpern den unbekannten Prinzen, der ihr Herz aus Eis zum Schmelzen bringen wird – mit Hilfe von Liù, interpretiert von Mariangela Sicilia, Maria Agresta und, bei ihrem Rollendebüt, Lisette Oropesa. Mit auf der Bühne stehen außerdem Alexander Vinogradov, Michele Pertusi, Gezim Myshketa, die Tenöre Matteo Macchioni, Saverio Fiore und Carlo Bosi sowie Ankhbayar Enkhbold bei seinem Amphitheater-Debüt. Und der Kinderchor der Fondazione Arena. 

Turandot ist die letzte Oper von Puccini (1858-1924), inspiriert von dem gleichnamigen Theatermärchen aus dem 18. Jahrhundert von Carlo Gozzi. Aus Verona stammen beide Librettisten, die geschätzten Giuseppe Adami und Renato Simoni. Ein originelles Meisterwerk, an dem der Komponist jahrelang arbeitete, das er aber nicht vollenden konnte. Offiziell jedoch gilt es nicht vollständig als unvollendet, da der Verlag den aufstrebenden Kollegen Franco Alfano mit dem Finale beauftragte. Dieser überarbeitete Puccinis Notizen und ergänzte sie durch eigene Musik und Instrumentierung. Turandot wurde am 25. April 1926 erstmals am Teatro alla Scala in Mailand aufgeführt, unter der Leitung des bereits legendären und tief bewegten Arturo Toscanini. Er entschied, die Oper genau an jener Stelle mit Liùs Tod enden zu lassen, an der Puccinis Arbeit eineinhalb Jahre zuvor durch seinen Tod unterbrochen worden war. 

 

Seit jener Uraufführung ist genau ein Jahrhundert vergangen, und heute ist Turandot ein Grundpfeiler des Opernrepertoires der Arena – wo das Werk bereits 1928 als erster Puccini-Titel überhaupt aufgeführt wurde – und der ganzen Welt. Dank Puccinis untrüglichem Theatersinn, einer packenden Handlung, die ein zeitloses Märchen in der Balance zwischen Drama und Leichtigkeit erzählt, zwischen Rätseln und Liebeserklärungen, grausamen Henkern, jubelnden Menschenmengen und geraubten Küssen. Und dank der Musik des Komponisten aus Lucca, die stets reich an Melodien ist, in dieser Oper jedoch mehr denn je nach originellen Klangfarben sucht: zwischen alten chinesischen Volksweisen, kühnen Harmonien und einer überaus raffinierten Instrumentierung für ein großes, farbenreiches Orchester. 

 

In der Arena wird Prinzessin Turandot ab Freitag, dem 7. August, in vier Vorstellungen Stimme und Gestalt der Sopranistin Anna Pirozzi erhalten – alternierend mit der US-Amerikanerin Lise Lindstrom (21. und 27.8.). Der heroische und leidenschaftliche „unbekannte Prinz“, der Turandots Herz aus Eis herausfordern wird, ist zunächst SeokJong Baek (7.8.), danach Yusif Eyvazov. Die sanfte und mutige Liù wird von Mariangela Sicilia interpretiert (7.8.), anschließend von Lisette Oropesa (bei ihrem Rollendebüt am 14., 21. und 27.8.) sowie von Maria Agresta (3. und 11.9.). Timur wird am 7. August von Alexander Vinogradov gesungen, an den weiteren Abenden von Michele Pertusi. Das Ensemble vervollständigen Gezim Myshketa, Matteo Macchioni und Saverio Fiore als Ping, Pong und Pang, Carlo Bosi als Kaiser Altoum sowie Ankhbayar Enkhbold als Mandarin bei seinem Arena-Debüt.

 

Auf der Bühne debütiert außerdem der neue Kinderchor der Fondazione Arena di Verona bei seinem ersten „erwachsenen“ Einsatz nach dem ersten Jahr vorbereitender und fortgeschrittener Kurse. Die Stimmen des Prinzen von Persien und der Dienerinnen Turandots kommen aus den Reihen der 160 Künstlerinnen und Künstler des Arena-Chors, einstudiert von Roberto Gabbiani und gemeinsam mit dem voll besetzten Orchester zunächst von Andrea Battistoni geleitet – dem Veroneser Maestro, bereits Musikdirektor am Teatro Regio in Turin und mit festen Engagements in Tokio und Sydney –, alternierend mit Francesco Ivan Ciampa (27.8. und 11.9.), der bereits bei Eröffnungsgalas am Dirigentenpult der Arena stand. Auf der Bühne stehen außerdem Hunderte von Pantomimen, Statisten sowie das von Gaetano Bouy Petrosino koordinierte Arena-Ballett in den choreografischen Bewegungen von Maria Grazia Garofoli. 

 

Turandot hat in der Arena bislang insgesamt 161 Aufführungen erreicht und steht damit auf Platz vier der meistgespielten Werke in der Geschichte des Festivals – nur übertroffen von Aida, Carmen und Nabucco. 
Auch in der Aufführungsgeschichte von Turandot im antiken Veroneser Amphitheater konnten zahlreiche Künstlerinnen und Künstler von Weltrang ihre Spuren hinterlassen: um nur einige Namen zu nennen, Thill, Lauri Volpi, Filippeschi, Corelli, Bonisolli, Martinucci, Domingo, Cura, Licitra, Cigna, Callas, Olivero, Nilsson, Chiara, Ricciarelli, Dimitrova, Marton, Ferrarini, Casolla, Gasdia, Cedolins, Guleghina, Buratto und Netrebko, dazu Dirigenten wie Gui, Votto, Molinari-Pradelli, Patanè und Lombard sowie Inszenierungen von Pizzi, Bolognini und Montaldo. 

 

Um die Handlung „in der Zeit der Märchen“ mit szenischem Prunk und einer meisterhaften Führung der Massen bestmöglich zur Geltung zu bringen, zeigt die Fondazione Arena erneut die inzwischen klassische Produktion, die Franco Zeffirelli in Regie und Bühnenbild für das Festival 2010 geschaffen hat. Die kolossale, filmisch anmutende Aufführung fügt sich damit vollkommen in die glanzvolle Tradition der Arena ein und verbindet gekonnt die überwältigende Wirkung großer Massenszenen mit Liebe zum Detail. Vervollständigt wird die Inszenierung durch die Kostüme von Emi Wada – einer vielseitigen Kostümbildnerin, die auch für Kurosawa arbeitete und 1986 mit dem Oscar ausgezeichnet wurde – sowie durch das Lichtdesign von Paolo Mazzon.

 

In der Arena wird nach den letzten von Puccini komponierten Takten das traditionelle Finale in der von Franco Alfano vollendeten zweiten, gekürzten Fassung erklingen, die Arturo Toscanini für die Uraufführung der Oper einrichtete. Nach der ersten Vorstellung am 7. August, die bereits kurz vor dem Ausverkauf steht, folgen weitere Aufführungen von Turandot am 14., 21. und 27. August sowie am 3. und 11. September, jeweils um 21 Uhr. Tickets sind auf der Website www.arena.it, auf den Social-Media-Kanälen, an den Kassen der Arena und über Vivaticket erhältlich. 

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