Fondazione Arena di Verona / Arena Opera Festival / 2026
La Traviata
Barrierefreies ProgrammheftGiuseppe Verdi
La Traviata
von Giuseppe Verdi
Melodram in drei Akten.
Libretto von
Francesco Maria Piave
Dies ist das barrierefreie Programmheft für La Traviata von Giuseppe Verdi.
Es enthält Hörversionen der Texte, Beschreibungen der Bilder und Videos in der Deutschen Gebärdensprache.
Nutzer können die Texte zugunsten der Lesbarkeit nach Belieben vergrößern oder den Kontrast erhöhen.
Bei Betätigung der Schaltfläche „Audiotext“ liest eine männliche Stimme die Texte vor; die Betätigung der Schaltfläche „Audiodeskription“ startet die Bildbeschreibung durch eine weibliche Stimme.
Nach Betätigung der Schaltfläche „DGS“ werden Ihnen Videos in deutscher Gebärdensprache gezeigt.
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Handlung
Erster Akt
Violetta Valéry richtet einen Empfang in ihrem Luxus-Appartement in Paris aus. Sie ist eine vom Baron Douphol finanziell unterstützte Kurtisane. Ihr wird der Verehrer Alfredo Germont vorgestellt. Zunächst etwas unbeholfen bringt der junge Mann einen Toast auf sie aus und fordert sie zum Tanz auf. Doch Violetta ist krank; sie leidet an Schwindsucht, und zusätzlich zu ihrer Krankheit spürt sie ein inneres Unbehagen, das sie von der Oberflächlichkeit des Festes Abstand nehmen lässt. Alfredo bemerkt diesen Zustand und gesteht ihr, sie seit einem Jahr heimlich zu lieben. Violetta ist gerührt: Zunächst weist sie ihn zurück, dann schenkt sie ihm eine Blume mit der Aufforderung, am nächsten Tag wiederzukommen. Allein gelassen, denkt Violetta über die Natur ihrer Gefühle nach.
Erster Akt
Zweiter Akt
Ein halbes Jahr später leben Violetta und Alfredo zusammen in einem Landhaus außerhalb von Paris. Die Verbindung scheint zunächst unter einem glücklichen Stern zu stehen, doch Alfredos Vater erscheint bei Violetta und bittet sie, seinen Sohn zu verlassen: Die Verlobung seiner Tochter drohe durch ihre skandalöse Liaison in Gefahr zu geraten. Schließlich beschließt Violetta, ihr eigenes Glück zu opfern und schreibt Alfredo einen Abschiedsbrief. Kurz darauf liest Alfredo den Brief, in dem Violetta ihm mitteilt, dass sie wieder als Kurtisane arbeiten werde. Von Eifersucht und Entrüstung geplagt, eilt Alfredo zu Violetta, um sich zu rächen. Am selben Abend findet im Haus von Flora Bervoix ein Fest statt. Alfredo tritt ein, während einige Gäste Karten spielen. Auch Violetta trifft, in Begleitung von Douphol, ein. Alfredo verliert die Beherrschung und wirft ihr das Geld, das er im Spiel gewonnen hat, vor die Füße. Reumütig wird er von seinem Vater weggeführt, nachdem er von Douphol zum Duell herausgefordert wurde.
Zweiter Akt
Dritter Akt
Einen Monat später, in Violettas Krankenzimmer, bestätigt Dr. Grenvil gegenüber Annina den tödlichen Ausgang der Krankheit. Violetta ist nurmehr zu einfachen, alltäglichen Tätigkeiten im Stande, z. B. ihre Briefe erneut zu lesen – vor allem den, in dem Giorgio Germont ihr mitteilt, dass er seinem Sohn die Wahrheit gesagt hat. Dieser sei ins Ausland geflohen, nachdem er den Baron im Duell verwundet hatte; nun kehre Alfredo nach Paris zurück, um sie wiederzusehen und bei ihr um Verzeihung zu bitten. Als Alfredo zu ihr gelangt, tauschen die beiden Liebenden Worte der Zuneigung und Vergebung aus. Jedoch ist Violetta mittlerweile so schwach, dass sie sich kaum auf den Beinen hält. Der Auftritt des Vaters Germont, der nun bereit ist, Violetta als seine Tochter zu akzeptieren, und Alfredos leidenschaftliche Worte der Hingabe sind umsonst. Nach einem letzten, flüchtigen Zeichen der Besserung fällt Violetta leblos zu Boden.
Dritter Akt
Personen
Violetta Valéry [Sopran]
Flora Bervoix, Freundin von Violetta [Mezzosopran]
Annina, Dienerin von Violetta [Mezzosopran]
Alfredo Germont [Tenor]
Giorgio Germont, Vater von Alfredo [Bariton]
Gastone, Vicomte von Letorières [Tenore]
Baron Douphol [Bariton]
Marquis d’Obigny [Bass]
Doktor Grenvil [Bass]
Giuseppe, Diener von Violetta [Tenor]
Diener von Flora / Kommissar [Bass]
Damen und Herren der feinen Gesellschaft, Freunde Violettas und Floras, Stierkämpfer, Picadores, Zigeuner, Bedienstete von Violetta und Flora, Maskierte.
Regiehinweise
Der Regisseur Paul Curran lässt die Handlung um 1910 in Paris spielen und lässt sich dabei von der Atmosphäre des Moulin Rouge und den großen Revuetheatern des frühen 20. Jahrhunderts inspirieren. Die Bühne ist von der Bildwelt des Moulin Rouge geprägt: der berühmten Windmühle, der kleinen Theaterbühne und sogar dem großen Elefanten, der damals zu einem der Symbole des Pariser Nachtlebens wurde. Auch die opulenten Festszenen sind von der extravaganten Revue-Kultur jener Zeit und den großen Follies beeinflusst, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts in New York entstanden. Die kühnen, farbenprächtigen Kostüme spiegeln eine Gesellschaft wider, die entschlossen ist, sich selbst zu feiern. Doch unter dieser Oberfläche gibt es eine Frau, die weiß, dass ihr Leben kurz sein wird. Violetta liegt im Sterben, und dieses Bewusstsein erfüllt sie mit der Dringlichkeit, so intensiv wie möglich zu leben, solange sie noch kann. Dem Lärm und der Dekadenz des Pariser Nachtlebens stehen die schlichten Szenen auf dem Land mit Alfredo gegenüber. Hier stellt sich Violetta für einen Moment ein anderes mögliches Leben vor. Diese Inszenierung vereint somit sowohl die Größe als auch die Zerbrechlichkeit von Verdis Meisterwerk und stellt Violetta in den emotionalen Mittelpunkt einer schillernden, aber gnadenlosen Welt.
Credits
Die Texte und Bilder in diesem barrierefreien Programmheft werden von der Fondazione Arena di Verona bereitgestellt.
Konzeption, Gestaltung, Texterstellung und Bildbeschreibungen:
Elena Di Giovanni, Francesca Raffi (Università degli Studi di Macerata)
Technische Koordination:
aXess - Associazione per l'accessibilità alla cultura
Technische Konzeption, digitale Entwicklung und Umsetzung:
Tadao Agency
Videos in deutscher Gebärdensprache (DGS)
Stina De Vito und yomma GmbH
Urheberrechtsvermerk
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