Fondazione Arena di Verona / Arena Opera Festival / 2025
La Traviata
Barrierefreies ProgrammheftGiuseppe Verdi
La Traviata
von Giuseppe Verdi
Melodram in drei Akten.
Libretto von
Francesco Maria Piave
Dies ist das barrierefreie Programmheft für La Traviata von Giuseppe Verdi.
Es enthält Hörversionen der Texte, Beschreibungen der Bilder und Videos in der Deutschen
Gebärdensprache.
Nutzer können die Texte zugunsten der Lesbarkeit nach Belieben vergrößern
oder den Kontrast erhöhen.
Bei Betätigung der Schaltfläche „Audiotext“ liest eine männliche
Stimme die Texte vor; die Betätigung der Schaltfläche „Audiodeskription“ startet die
Bildbeschreibung durch eine weibliche Stimme.
Nach Betätigung der Schaltfläche „DGS“ werden
Ihnen Videos in deutscher Gebärdensprache gezeigt.
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Handlung
Erster Akt
Violetta Valéry richtet einen Empfang in ihrem Luxus-Appartement in Paris aus. Sie ist eine vom Baron Douphol finanziell unterstützte Kurtisane. Ihr wird der Verehrer Alfredo Germont vorgestellt. Zunächst etwas unbeholfen bringt der junge Mann einen Toast auf sie aus und fordert sie zum Tanz auf. Doch Violetta ist krank; sie leidet an Schwindsucht, und zusätzlich zu ihrer Krankheit spürt sie ein inneres Unbehagen, das sie von der Oberflächlichkeit des Festes Abstand nehmen lässt. Alfredo bemerkt diesen Zustand und gesteht ihr, sie seit einem Jahr heimlich zu lieben. Violetta ist gerührt: Zunächst weist sie ihn zurück, dann schenkt sie ihm eine Blume mit der Aufforderung, am nächsten Tag wiederzukommen. Allein gelassen, denkt Violetta über die Natur ihrer Gefühle nach.
Erster Akt
Alfredo, Violetta und einige der Gäste auf der Feier im Haus von Violetta.
Erster Akt
Violetta.
Zweiter Akt
Ein halbes Jahr später leben Violetta und Alfredo zusammen in einem Landhaus außerhalb von Paris. Die Verbindung scheint zunächst unter einem glücklichen Stern zu stehen, doch Alfredos Vater erscheint bei Violetta und bittet sie, seinen Sohn zu verlassen: Die Verlobung seiner Tochter drohe durch ihre skandalöse Liaison in Gefahr zu geraten. Schließlich beschließt Violetta, ihr eigenes Glück zu opfern und schreibt Alfredo einen Abschiedsbrief. Kurz darauf liest Alfredo den Brief, in dem Violetta ihm mitteilt, dass sie wieder als Kurtisane arbeiten werde. Von Eifersucht und Entrüstung geplagt, eilt Alfredo zu Violetta, um sich zu rächen. Am selben Abend findet im Haus von Flora Bervoix ein Fest statt. Alfredo tritt ein, während einige Gäste Karten spielen. Auch Violetta trifft, in Begleitung von Douphol, ein. Alfredo verliert die Beherrschung und wirft ihr das Geld, das er im Spiel gewonnen hat, vor die Füße. Reumütig wird er von seinem Vater weggeführt, nachdem er von Douphol zum Duell herausgefordert wurde.
Zweiter Akt
Violetta und Germont.
Zweiter Akt
Alfredo und einige der Gäste auf der Feier im Haus von Flora Bervoix.
Dritter Akt
Einen Monat später, in Violettas Krankenzimmer, bestätigt Dr. Grenvil gegenüber Annina den tödlichen Ausgang der Krankheit. Violetta ist nurmehr zu einfachen, alltäglichen Tätigkeiten im Stande, z. B. ihre Briefe erneut zu lesen – vor allem den, in dem Giorgio Germont ihr mitteilt, dass er seinem Sohn die Wahrheit gesagt hat. Dieser sei ins Ausland geflohen, nachdem er den Baron im Duell verwundet hatte; nun kehre Alfredo nach Paris zurück, um sie wiederzusehen und bei ihr um Verzeihung zu bitten. Als Alfredo zu ihr gelangt, tauschen die beiden Liebenden Worte der Zuneigung und Vergebung aus. Jedoch ist Violetta mittlerweile so schwach, dass sie sich kaum auf den Beinen hält. Der Auftritt des Vaters Germont, der nun bereit ist, Violetta als seine Tochter zu akzeptieren, und Alfredos leidenschaftliche Worte der Hingabe sind umsonst. Nach einem letzten, flüchtigen Zeichen der Besserung fällt Violetta leblos zu Boden.
Dritter Akt
Violetta, Alfredo und Annina.
Dritter Akt
Violetta.
Personen
Violetta Valéry [Sopran]
Flora Bervoix, Freundin von Violetta [Mezzosopran]
Annina, Dienerin von Violetta [Mezzosopran]
Alfredo Germont [Tenor]
Giorgio Germont, Vater von Alfredo [Bariton]
Gastone, Vicomte von Letorières [Tenore]
Baron Douphol [Bariton]
Marquis d’Obigny [Bass]
Doktor Grenvil [Bass]
Giuseppe, Diener von Violetta [Tenor]
Diener von Flora / Kommissar [Bass]
Damen und Herren der feinen Gesellschaft, Freunde Violettas und Floras, Stierkämpfer, Picadores,
Zigeuner, Bedienstete von Violetta und Flora, Maskierte.
Regiehinweise
Der Regisseur Hugo de Ana, der auch das Bühnenbild sowie die Kostüme entworfen und die Lichtdramaturgie konzipiert hat, siedelt die Oper im Paris der 1890er Jahre an – einer Zeit, die prunkvoll, aber auch von der moralischen Krise einer Gesellschaft geprägt war, die oft Liebe und Zweckmäßigkeit verwechselte. Unabhängig von der Wahl einer solch konkreten Epoche, könnte die Szenerie auch einen anderen Schauplatz darstellen: eine im Umbau befindliche Gemäldegalerie, die große, leere Rahmen und abgehängte Spiegel und Leinwände beherbergt. Diese Elemente dienen zum einen dazu, die riesigen Räume der Arena zu füllen, und zum anderen dazu, die Fülle und gleichzeitig auch die Leere in der Welt der Protagonistin widerzuspiegeln. Für die Kostüme im Epochenstil diente ein Gemälde aus dem 19. Jahrhundert als Inspiration: eine sterbende Kameliendame, die Violetta im tragischsten ihrer Momente darstellen könnte. Der Regisseur fragt sich jedoch, ob es richtig ist, von ‚Tod‘ zu sprechen, wenn doch Violetta selbst von ‚Wiedergeburt‘ spricht: Durch ihre Erinnerungen und ihre Entscheidungen wird Violetta wiedergeboren. Sie gelangt dank ihrer Erinnerungen und dem, was sie im Namen der Liebe aufgegeben hat, zu neuem Leben. In der Tat zieht sich das Thema der Erinnerung, die die Vergangenheit mit der Gegenwart und der Zukunft verbindet, durch die gesamte Oper: Violetta überwindet den Tod kraft ihrer Erinnerung und wird auf diese Weise zu einer unsterblichen Figur.
Credits
Die Texte und Bilder in diesem barrierefreien Programmheft werden von der Fondazione Arena
di Verona bereitgestellt.
Konzeption, Gestaltung, Texterstellung und Bildbeschreibungen:
Elena Di Giovanni, Francesca Raffi (Università degli Studi di Macerata)
Technische Koordination:
ALI – Accessibilità Lingue Inclusione
Technische Konzeption, digitale Entwicklung und Umsetzung:
Veronica Antinucci und Federica Tarchi
Sprecher
François Smesny (Audiotext)
Julia Casper (Audiodeskription)
Videos in deutscher Gebärdensprache (DGS):
Stina De Vito
Übersetzer:
Marco Agnetta
Urheberrechtsvermerk
Das vorliegende Dokument und das gesamte darin enthaltene Material sind ausschließliches und
vorbehaltenes Eigentum der Fondazione Arena di Verona und/oder ihrer Bevollmächtigten
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