Fondazione Arena di Verona / Arena Opera Festival / 2025
Nabucco
Barrierefreies ProgrammheftGiuseppe Verdi
Nabucco
von Giuseppe Verdi
Musikalisches Drama in vier Teilen
Libretto von
Temistocle Solera
Dies ist das barrierefreie Programmheft für Nabucco von Giuseppe Verdi.
Es enthält Hörversionen der Texte, Beschreibungen der Bilder und Videos in der Deutschen
Gebärdensprache. Nutzer können die Texte zugunsten der Lesbarkeit nach Belieben vergrößern oder
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Handlung
Teil I – Jerusalem
Im Tempel von Jerusalem im Jahr 597 v. Chr. Während der Belagerung der Stadt durch den babylonischen König Nabucco (Nebukadnezar II.) vertraut der Hohepriester Zaccaria, dem Neffen des Königs Jerusalems, Ismaele, die als Geisel festgehaltene Tochter Nabuccos, Fenena, an – ohne jedoch zu wissen, dass die beiden heimlich ineinander verliebt sind. Ismaele schlägt Fenena eine gemeinsame Flucht vor, doch diese Pläne werden von feindlichen Kriegern durchkreuzt, die von Abigaille, der anderen Tochter Nabuccos, angeführt werden. Auch Abigaille ist in Ismaele verliebt. Sie stellt dem Jüngling seine und Fenenas Rettung in Aussicht, allerdings unter der Bedingung, dass er Fenena für sie verlasse. Ismaele lehnt das Angebot ab. Nabucco dringt mit seinem babylonischen Heer in Jerusalem ein, und nur Zaccaria kann ihn aufhalten, indem er mit Fenenas Tod droht. Trotz des Aufruhrs seines eigenen Volkes befreit Ismaele seine Geliebte und ermöglicht es auf diese Weise Nabucco, seiner Wut freien Lauf zu lassen und den Tempel zu zerstören.
Teil I
Die babylonischen Soldaten
Teil I
Die Babylonier
Teil II – Der Frevler
Im babylonischen Palast entdeckt Abigaille, dass sie in Wirklichkeit eine adoptierte Sklavin ist, und dass Fenena, die von dem derzeit abwesenden Nabucco zur rechtmäßigen Regentin ernannt wurde, die Freilassung aller Juden angeordnet hat. Mit der Unterstützung vom Hoheprister des Baal und von den Großen des Königreichs beschließt Abigaille, den Thron an sich zu reißen. Während Fenenas Konversion zum jüdischen Glauben verbreitet sich die Kunde vom plötzlichen Tod Nabuccos – doch dieser tritt in Erscheinung und erklärt sich selbst zum einzigen Gott. Ein Blitz trifft ihn, und die Königskrone fällt zu Boden. Abigaille reagiert umgehend und hebt sie auf.
Teil II
Das jüdische Volk
Teil II
Abigaille und das jüdische Volk
Teil III – Die Weissagung
Als Königin bringt Abigaille den verwirrten Nabucco dazu, das Todesurteil über das gesamte jüdische Volk zu unterzeichnen. Nachdem sie das einzige Dokument zerstört, das ihre Herkunft als Sklavin belegt, ordnet sie die Verhaftung ihres Adoptivvaters an. In der Zwischenzeit gedenken die Juden am Ufer des Euphrat ihrer verlorenen Heimat. Doch Zaccaria fordert sie auf, nicht zu klagen, und kündigt das Ende der Gefangenschaft sowie den Untergang Babylons an.
Teil III
Abigaille und der Energieball
Teil III
Nabucco und Abigaille
Teil IV – Das zerbrochene Götzenbild
In seinen Gemächern eingeschlossen und von Albträumen heimgesucht, fleht Nabucco den Gott Israels um Hilfe an. Als Antwort auf sein Gebet befreien ihn einige treue Soldaten gerade noch rechtzeitig, um Fenena vor der Hinrichtung zu bewahren. Das Götzenbild des Baal stürzt in sich zusammen, und das Volk ruft ein Wunder aus. Nabucco, der nun bekehrt ist, ruft das jüdische Volk auf, einen neuen Tempel zu errichten, und offenbart, dass Abigaille sich vergiftet habe. Bevor sie stirbt, bittet die gestürzte Königin die Menschen und Gott um Vergebung. Zaccaria verkündet eine letzte Prophezeiung: Wenn Nabucco dem wahren Gott dient, wird er „König der Könige“ sein.
Teil IV
Die jüdischen Gefangenen und die babylonischen Soldateni
Personen
Nabucco, König von Babylon [Bariton]
Ismaele, Neffe von Sedecia, dem König von Jerusalem [Tenor]
Zaccaria, Hohepriester der Juden [Bass]
Abigaille, Sklavin und angebliche Erstgeborene von Nabucco [Sopran]
Fenena, Tochter von Nabucco [Sopran]
Hoheprister des Baal [Bass]
Abdallo, alter Offizier im Dienste des babylonischen Königs [Tenor]
Anna, Schwester von Zaccaria [Sopran]
Babylonische Krieger, jüdische Soldaten, Leviten, Magier, jüdische Jungfrauen, babylonische
Frauen, Große des babylonischen Königreichs, Volk
Regiehinweise
Der Regisseur Stefano Poda schafft einen postmodernen Raum, in dem zwei gegensätzliche und doch auch gleichartige Instanzen aufeinandertreffen, sich abstoßen und schließlich versöhnen. Zwei halbkugelförmige Elemente nehmen die Bühne ein, deren jeweiliger Kern von leuchtenden Bahnen umgeben wird, als handelte es sich um eine Wolke aus Elektronen. Auf diese Weise entsteht inmitten der bloßen Ränge der Arena ein Labyrinth aus Licht. Die beiden Pole symbolisieren auf der einen Seite die Babylonier, die für Rationalität und Vernunft einstehen, und auf der anderen Seite die Juden, die Spiritualität und Glaube vertreten. Zwischen diesen befindet sich eine große Sanduhr, die darstellt, wie mächtig die Zeit gegenüber jeglichem menschlichen Streben ist. Und doch gelingt es dem Chor der jüdischen Gefangenen, den Fluss des Sandes und damit auch das Entgleiten des Lebens für einen kurzen Moment anzuhalten. Ein weiteres zentrales Element dieser Inszenierung ist das Zerbrechen des heidnischen Götzenbildes: Die große Sanduhr zerspringt und lässt die Menschheit vor der Entscheidung zwischen Gut und Böse zurück. Schließlich fügt sich der gespaltene Atomkern wieder zusammen: Die beiden Kugelhälften berühren sich und vereinen sich zu einem universellen Ganzen. Auch die Kostüme spiegeln den erwähnten Gegensatz wider, indem auf der einen Seite die technologische Welt der Babylonier, auf der anderen die Naturverbundenheit der Juden symbolisiert wird. Doch werden die Völker im Nabucco nicht in Schubladen gesteckt, sondern gehen vielmehr in ihrem universellen Sehnen auf, damit sie uns wahrhaftig von den Nöten und Hoffnungen eines jeden Volkes und jedes einzelnen Menschen auf Erden erzählen können.
Credits
Die Texte und Bilder in diesem barrierefreien Programmheft werden von der Fondazione Arena
di Verona bereitgestellt.
Konzeption, Gestaltung, Texterstellung und Bildbeschreibungen
Elena Di Giovanni,
Francesca Raffi
(Università degli Studi di Macerata)
Technische Koordination
ALI – Accessibilità Lingue Inclusione
Technische Konzeption, digitale Entwicklung und Umsetzung
Veronica Antinucci und Federica Tarchi
Sprecher
François Smesny (Audiotext)
Julia Casper (Audiodeskription)
Videos in deutscher Gebärdensprache (DGS)
Stina De Vito
Übersetzer
Marco Agnetta
Urheberrechtsvermerk
Das vorliegende Dokument und das gesamte darin enthaltene Material sind ausschließliches und vorbehaltenes Eigentum der Fondazione Arena di Verona und/oder ihrer Bevollmächtigten und/oder, wo dies angegeben ist, Dritter. Jede Nutzung unterliegt geltenden nationalen und internationalen Gesetze zum Schutz des geistigen und/oder gewerblichen Eigentums. Jede nicht ausdrücklich genehmigte Verwendung ist untersagt. Für weitere Informationen oder Anfragen, wenden Sie sich bitte an commerciale@arenadiverona.it